Am Anfang war der Kitting...

Mit der sorgsamen Übertragung des Oberwarter Kittings begann das Freilichtmuseum Bad Tatzmannsdorf zu leben. Und das Südburgenland hatte ein schönes Idyll mehr zu bieten – Objekte aus Deutsch Schützen, Zuberbach und Rauchwart kamen hinzu und bald schon atmete das kleine Sammelsurium den Charakter eines heimeligen Dorfes wie anno dazumal. Aber ganz im hier und jetzt.
1972 eröffnete schließlich Landeshauptmann Theodor Kery das Ensemble. Das Freilichtmuseum Bad Tatzmannsdorf hatte sozusagen den Segen von oben erhalten. Den von ganz oben können wir annehmen, schließlich haben die hier gezeigten Häuser und Dinge eine äußerst wechselhafte Geschichte erlebt und überdauert. Bis sie schließlich die achtsame Zuwendung der Restauratoren genießen durften, die sie behutsam in eine neue Zukunft führten.
 

Aber was um alles in der Welt ist nun ein Kitting?

Die Bezeichnung hat mit der Bauweise zu tun – es geht um einen Speicherbau, bei dem ein Holzge- rüst mit Lehm „gekittet“ wurde. Der Vorteil: gute Isolation. Das Strohdach, typisch für die meisten ländlichen Bauten von anno dazumal, ist nur lose aufgesetzt und kann leicht abgeworfen werden, wenn es brennen sollte. Die Vorräte im Speicher hatten Vorrang. Um der Abstammung der Tschar- dake auf die Spur zu kommen, müssen wir weit gehen – man bezieht sie auf die hölzernen Grenzwachtürme, mit denen die Türken und die Österreicher ihre Territorien früher markierten. Das geht auf eine bewegte Zeit zurück, drum waren die Grenzmarkierungen auch leicht zu errichten und zu verschieben. In der Tschardake wurde vor allem getrocknet, vorzugsweise Mais, aber auch Brennholz oder Kräuter, und die Kinder spielten gern darin.
Neben Kitting und Taschardake finden sich im DAZUMAL Freilichtmuseum Bad Tatzmannsdorf Kreuzstadel und Taubenschlag, Radbrunnen und Bauernhaus, Schweinestall und Schmiede, Bauernhaus und Glockenturm und vieles mehr – was eben dazugehört zu einem Dorf wie anno seinerzeit. Und es sind nicht nur die Häuser. Tritt man ein, so wirkt es, als hätten die Heanzen (so sagen viele Südburgenländer zu ihresgleichen) den Raum gerade erst verlassen, um draußen auf den Feldern zu arbeiten. Arbeitsgeräte, Geschirr, Textilien … Geschichte beginnt hier tatsächlich zu leben. Und man mag sich vorstellen, wie dieses Leben gewesen sein mag. Hart und entbehrungs- reich in der Phantasie der einen, idyllisch und erdverbunden in den inneren Bildern der anderen.


Und DAZUMAL lässt sich hier ganz konkret studieren: Mehr als man wirklich braucht haben sich die Heanzen nicht geleistet. Und dieses Wenige wurde aus eigener Kraft geschaffen. Der Lehmverputz der Häuser, das akkurat gelegte Stroh, das penibel verarbeitete Holz, all das gehörte zum Know-how der Bauern von damals. Nachbarschaftshilfe war groß geschrieben, es gab nur wenige Spezialisten wie den Schmied. Und es gab und gibt die faszinierende Ästhetik des Echten, des Urwüchsigen, das dem Freilichtmuseum seine Zeitlosigkeit verleiht.

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